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So genannter "Luftraumzerstörer".

Da fehlt doch was!
Verkehrsschilder für Gefühle...
...auf Landkarten und in freier Natur

Eine „Hand voll Leute“, alles Architekten, darunter Josef Weber und Peter Troppmann vom Verein Hausfluss e.V., habe sich „mit dem Zeichenstift hingesetzt und geschaut, was wir an einem Tag so schaffen“, berichtet Troppmann vom Architektur-Workshop Mitte Juni. Im kleinen Kreis wollte man diesmal arbeiten, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als bis zu 50 Stundenten aus Regensburg oder auch Stuttgart zur Alten Schießstätte in Neustadt an der Waldnaab für ein ganzes Wochenende anreisten. Um sich inspirieren zu lassen, eignet sich das dortige würfelförmige Gebäude samt historischem Fachwerk, das durch das Engagement des Vereins und durch Josef Weber als offiziellem Besitzer vor dem Abriss gerettet und mit vereinten Kräften saniert werden konnte. Wegen des schlüssigen Erscheinungsbilds selbst eine Landmarke, behauptet es seinen Platz am Fluss.

HAUSFLUSS e. V. besteht seit 1997 und ist Mitglied bei KoOpf, der "Kulturkooperative Oberpfalz", einem Netzwerk für Kulturschaffende in der Region. Info unter www.koopf.de


Spannungsreich gestaltet sich an der Alten Schießstätte das überschaubare Umfeld zwischen Bahngleisen und Waldnaab, Schrebergärten und Blick auf Neustadt mit Kirche. Topografie im Kleinen, dazu viele neuralgische Punkte, mit denen sich arbeiten lässt. Aufhänger war dies alles für den Architektur-Workshop, bei dem man ein Thema aus dem klassischen Landkartenbereich aufarbeiten wollte. Nach einer Kurzeinführung durch Josef Weber, der sich diesmal das Thema hatte einfallen lassen, wurde zuerst einmal „überlegt, was Topografie eigentlich bedeutet und unter diesem Namen alles verkauft wird“, so Troppmann. „Das kennt ja eigentlich jeder, und jeder kann etwas damit anfangen: Höhenlinien, Aussichtspunkte, Burgen, Ruinen, ein Campingplatz. Alles das ist auf einer topografischen Landkarte eingezeichnet. Nur die emotionale Seite fehlt. Daher die Idee, die topografische Linie mit emotionalen Begriffen zu ergänzen, also zum Beispiel Sachen, die stören oder Sachen, die gut sind. Dazu haben wir Prototypen von Schildern entwickelt, die sowohl in der Landschaft aufgestellt werden als auch auf topografischen Landkarten ergänzt werden können.“ Gedacht ist an Hinweisschilder mit Erläuterungen zum emotionalen Bereich. So kann man zum Beispiel eine naturbelassene Fläche kommentierend markieren, die bisher einfach nur grün eingezeichnet ist. Auch ein Hinweisschild auf die „lärmtösende Regionalbahn“ ist geplant, „die alle Stunde hier vorbeifährt und die Veranstaltungen stört“. Eigentlich eher ein Thema, das Frauen einfallen könnte, findet SP. „Es haben aber nur Männer teilgenommen. Wir können unsere weibliche Seite halt nicht verbergen“, scherzt Troppmann.

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Haus am Fluss = HAUSFLUSS.